Hedda - Arthur Ebert, Berlin 1930er Jahre

In diesem Forum könnt ihr euer Rad öffentlich vorstellen. Was macht das Rad für euch besonders, was habt ihr damit erlebt? Zeigt uns die schönsten Bilder eurer Räder. Gäste dürfen in diesem Forum lesen.

Moderator: yan.kun0567

Antworten
Benutzeravatar
Flo Freund
King of the Road
Beiträge: 2569
Registriert: Do 21. Mär 2013, 11:56
Reputation: 57

Hedda - Arthur Ebert, Berlin 1930er Jahre

Beitrag von Flo Freund » So 11. Aug 2019, 12:19

Mein Rad der Marke Hedda wurde laut Papperitz von Arthur Ebert in Berlin gebaut.
Hedda_0001.jpg
Hedda_0003.jpg

Den Schriftzug hat irgendein früher Besitzer brachial "freigelegt"


Scheinbar eine kleine Rahmenbauwerkstatt? Dafür spricht auch der Vorbau der eventuell auch
individuell angefertigt wurde.
Hedda_0006.jpg
Die Frage, ob das Rad in dieser Ausstattung mit Leichtmetall-Sportsattel und Tourenlenker bestellt wurde lässt sich
heute nicht mehr beantworten. Das einzige was ich weiß ist, dass der Vorbesitzer die Diamant-Rennpedale abgeschraubt hat.
Gut für ihn - schade für mich.
Eventuell war es tatsächlich nie als Renner aufgebaut. Aufgrund der niedrigen Rahmenhöhe könnte es auch sein, dass es z.B. von einer Frau als leichtes Tourenrad verwendet wurde? Für die Verwendung als leichter "Schönwetter"-Tourer spricht auch die "weit nach hinten gelehnte" Rahmengeometrie. Beim Diamant Modell 66 stehen Gabel und Rahmenrohr deutlich steiler.

Da es kaum noch deutsche Vorkriegsrenner gibt, die nicht von Sammlern ergänzt oder in einen fiktiven Auslieferungszustand versetzt wurden,
habe ich beschlossen, das Rad genau so zu lassen, wie es jetzt ist - also auch nicht zu putzen und das geborchene Gestell des Sattels so zu lassen, wie es ist. Handgefertigte Vorkriegsräder aus Deutschland - und dieses Rad könnte eines sein - sind recht selten. Kennt jemand ein anderes Hedda-Rad? Oder hat jemand Informationen über Arthur Ebert?
Hedda_0007.jpg
Falls jemand ein passendes Steuerkopfschild hat würde ich mich riesig freuen :-)
Es käme in die Vitrine ...
Demnächst werde ich mal nachsehen, mit welcher Jahreszahl die Torpedo-Nabe gestempelt ist...
mostly harmless

Benutzeravatar
Flo Freund
King of the Road
Beiträge: 2569
Registriert: Do 21. Mär 2013, 11:56
Reputation: 57

Re: Hedda - Arthur Ebert, Berlin 1930er Jahre

Beitrag von Flo Freund » Mi 21. Aug 2019, 11:06

_FFF9005.jpg
_FFF9003.jpg
_FFF8995.jpg
mostly harmless

Benutzeravatar
tretmuehle
King of the Road
Beiträge: 2586
Registriert: Mi 7. Sep 2011, 14:37
Reputation: 36
Wohnort: Berlin

Re: Hedda - Arthur Ebert, Berlin 1930er Jahre

Beitrag von tretmuehle » Mi 21. Aug 2019, 11:34

Flo Freund hat geschrieben:
So 11. Aug 2019, 12:19
(...) habe ich beschlossen, das Rad genau so zu lassen, wie es jetzt ist - also auch nicht zu putzen und das geborchene Gestell des Sattels so zu lassen, wie es ist (...)
Würde ich auf jeden Fall auch so machen, denn es sieht - genau so wie es ist - sehr "schneidig" aus!

Entspricht im Prinzip total dem heutigen Geschmack in Sachen 'Singlespeed' / 'Fixie' / sportliches "Hipster"-Rad - was den (offenbar) originalen Aufbau umso interessanter macht...

Allerdings könnte ich an Deiner Stelle nicht widerstehen, mal 'ne ausgiebige Runde damit zu drehen ...? ;-)

Eine Kleinigkeit: der Steuersatz sticht in jeder Hinsicht sehr raus - ob der in jüngerer bis jüngster Vergangenheit gewechselt wurde?

Benutzeravatar
Flo Freund
King of the Road
Beiträge: 2569
Registriert: Do 21. Mär 2013, 11:56
Reputation: 57

Re: Hedda - Arthur Ebert, Berlin 1930er Jahre

Beitrag von Flo Freund » Mi 21. Aug 2019, 13:53

Auf die Idee mit dem Steuersatz kam mir auch schon.
Aber im Gegensatz zu einem guten Industrierad stammen die Einzelteile
dieses Rades von unterschiedlichen Herstellern - es kann auch sein,
dass der Steuersatz einfach sehr hochwertig verchromt ist.
An der Dicke der Chromschicht wurde ja oft gespart, weil ihr Aufbau mit den
damaligen Methoden viel länger dauerte als beim darunter liegenden Nickel.
Ausserdem musste Chrom gegen Devisen importiert werden ...
-
Auf der anderen Seite kenne ich Steuersätze mit dieser Form eher aus den 50er-Jahren.
Aber bei hochwertigen Renn- und Sporträdern die individuell gebaut oder aufgebaut wurden,
kamen auch in Deutschland häufig hochwertige Teile aus dem Ausland zum Einsatz.
-
zum Thema fahren - kann ich nachvollziehen - habe ich früher immer machen müssen.

In meiner Jugend genug alte Räder beim Fahren beschädigt:
2 x Gabelbruch - 2-3 Tretlagerachsen abgerissen - Tretlagergehäuse zerrissen - Holzfelge wärend der Fahrt gerissen etc. ... irgendwann ist´s gut
mostly harmless

Antworten