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Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Mo 26. Jan 2026, 20:43
von S.M.
Hallo zusammen,

ich möchte mich kurz vorstellen und zwei alte Fahrräder zeigen, bei denen ich selbst noch einiges lernen möchte.

Vor über 25 Jahren konnte ich ein Wanderer-Herren- und ein Wanderer-Damenrad vor dem Müllcontainer retten.
Das Herrenrad war damals noch halbwegs fahrbereit und hat bei mir über viele Jahre hinweg gute Dienste im Alltagsbetrieb – Sommer wie Winter – geleistet.
Das Damenrad hingegen lag zerlegt im Keller, eher als eine Art Ersatzteillager gedacht.
Diesen Winter hatte ich etwas Zeit und habe mich – mit inzwischen deutlich mehr Respekt vor der Originalsubstanz – daran gemacht, beide Räder behutsam wieder fahrbereit zu machen.
Vielleicht fährt ja irgendwann auch einmal eine Lady mit … 😉

Mir war dabei wichtig:
- keine Neulackierung
- möglichst zeittypische Ausführung
- Technik instandsetzen, aber Patina erhalten
- im Wesentlichen: reinigen, ölen, fetten, wachsen
- Reifen, Schläuche, Felgenbänder neu
- einige Schrauben und Muttern ersetzt
- Kette beim Herrenrad muss noch neu, die alte is viel zu sehr gelängt
- Speichen nachgezogen, Achter so gut es ging reduziert
- neue, möglichste ähnliche Läpper-Sättel gekauft und montiert, das Leder der alten war leider komplett gerissen..
- Kugellager gereinigt und neu gefettet, im Lenkkopflager neue Kugeln
- Tretlager bekomme ich nicht auf und ab, daher nur geölt und die gerissene Verbindung der 180-er Kurbel/Pedal beim Herrenrad geschweisst :( ...

Das Damenrad hat noch eine Karbidlampe (defekt – und mir fehlt auch noch das passende Zeugs),
das Herrenrad besitzt weiterhin die elektrische Beleuchtung, so wie ich es vorgefunden habe, lediglich mit neuen Glühbirnen.

Beide Räder sind nun wieder funktionstüchtig und sollen ab Frühjahr wieder gelegentlich bewegt werden, aber nicht mehr in Schnee, Streu-Salz und täglichen Fahrten „verbraucht“.
Nach fast 100 Jahren dürfen sie meiner Meinung nach auch ein wenig in den Ruhestand gehen –
und ich finde, sie sehen jetzt wieder ganz hübsch aus.

Ein paar Eckdaten:
-Hersteller: Wanderer
-Torpedo-Naben
-Dynamo und Lampen von Bosch
-Karbidlampe am Damenrad von Scharlach
-zeitlich vermutlich 1920er Jahre (bisher nur anhand von Vergleichsbildern eingeordnet)

Rahmennummern (oben am Steuerrohr):
Damenrad: 108174
Herrenrad: 102349

Am gedruckten Emblem steht:
Damenrad: Nr. 3
Herrenrad: Nr. 1

Ich hänge ein paar Fotos an und würde mich freuen, wenn jemand aus der Runde bei der zeitlichen Einordnung helfen kann oder Hinweise hat, wie und wo diese Rahmennummern bei Wanderer genauer zu interpretieren sind.

Ich selbst bin kein Oldtimer-Experte, sondern interessierter Schrauber, der mit den Jahren etwas mehr Respekt vor alten Fahrrädern entwickelt hat (und nicht nur vor alten Motorrädern).
Umso mehr freue ich mich über Hinweise, Korrekturen oder Anregungen.
Falls ich etwas zeitlich falsch eingeordnet habe, bitte gerne darauf hinweisen.

Vielen Dank fürs Reinschauen, Kommentare und viele Grüße,
Stefan
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P.S.: Vielleicht kann mir jemand helfen – ich suche das Klemm-/Feststellteil für die Wanderer-Stempelbremse, mit dem die Bremsstange nach der Höheneinstellung fixiert wird. Dieses Teil ist beim Damenrad leider defekt/bzw. fehlt.

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Di 27. Jan 2026, 17:38
von S.M.
Hier noch ein paar Detailfotos, die vielleicht für die zeitliche Einordnung interessant sind:

Beide Räder sind mit Fichtel & Sachs Torpedo-Rücktrittnaben Type 25 ausgestattet.
Auf den Naben steht: „F & S Torpedo – Type 25 – Zürich / Berlin“.
Nach allem, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, spricht das für eine Produktion in den frühen 1920er-Jahren (vermutlich ca. 1921–23).

Am Herrenrad ist noch die elektrische Beleuchtung mit Bosch-Dynamo und Bosch-Frontscheinwerfer montiert, offenbar eine frühe Ausführung.
Das Rücklicht ist ebenfalls elektrisch und wirkt zeitnah, ob original oder frühe Nachrüstung lässt sich für mich nicht sicher sagen.

Das Damenrad besitzt eine Karbidlampe (Hersteller Scharlach), nun mit neuer Brennerdüse.

Besonders spannend finde ich die beiden Klingeln mit Händlerplakette:
„Joh. Seeweg – Oberstdorf“.
20260127_155544 (Mittel).jpg
Vermutlich handelt es sich um eine Händler- oder Hausmarken-Klingel, was darauf hindeutet, dass beide Räder ursprünglich in Oberstdorf verkauft oder betreut wurde.

Die Schweißstelle an der rechten Kurbel ist der früheren Nutzung im Alltag geschuldet. nicht schön, für mich aber Teil der Geschichte; ein passender Austausch ist langfristig angedacht, sollten 180 cm Wanderer Kurbeln mit Vierkant irgendwo her bekommen zu sein.
20260127_155557 (Mittel).jpg
Falls jemand zu einzelnen Punkten – insbesondere

Torpedo Type 25 „Zürich / Berlin“,
20260127_153319 (Mittel).jpg
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Bosch-Beleuchtung dieser Bauart,
(nächste message)

oder der Händlerplakette aus Oberstdorf

noch genauere Informationen oder Vergleichsstücke kennt, freue ich mich sehr über Hinweise.

Viele Grüße
Stefan

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Di 27. Jan 2026, 17:40
von S.M.
hier noch Kettenblatt, mit - nun neuer kette, und die Bosch Beleuchtung...
20260127_155319 (Mittel).jpg
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Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Di 27. Jan 2026, 20:29
von Zwicke
Tolle Räder! Schön das du auch von Fahren zu bewahren gewechselt bist. Das Herrenrad ist mit dem hohen Rahmen schon etwas Selteneres, das Damenrad hat sogar noch die originalen Pedale. Sowas sollte man schätzen und in Ehren halten. Die Klingeln sind alleine schon eine Augenweide!
S.M. hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:38 Beide Räder sind mit Fichtel & Sachs Torpedo-Rücktrittnaben Type 25 ausgestattet.
Auf den Naben steht: „F & S Torpedo – Type 25 – Zürich / Berlin“.
Nach allem, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, spricht das für eine Produktion in den frühen 1920er-Jahren (vermutlich ca. 1921–23).
Die 25 steht nicht für Type 25 sondern ist tatsächlich das Baujahr der Nabe. Das müsste sich ohne groß nachzuschauen decken mit der Rahmennummer beider Räder.
____________________________________________________

Prinzipiell hast du bei deinen Rädern in jüngerer Zeit auch schon sehr viel richtig gemacht. Es sind zwar nicht alle Teile zeitgemäß aber das kann man bei Bedarf ja noch anpassen. Ein paar Anmerkungen in der Hoffnung nicht zu pedantisch zu wirken :wink:
S.M. hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:38 Kette beim Herrenrad muss noch neu, die alte is viel zu sehr gelängt
Es könnte sein, dass eine neue Kette nicht sauber auf das verschlissene Kettenblatt/ Ritzel passt. Würde mal prüfen ob du die Alte vielleicht um 2 Glieder kürzen kannst?

S.M. hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:38 Kugellager gereinigt und neu gefettet, im Lenkkopflager neue Kugeln
Kugeln würde ich immer alle erneuern. Wenn du einzelne Kugeln von zwei Lagerseiten vertauscht hast du erhöhten Verschleiß. Die Pedalkugellager zu warten vergessen Viele, sollte man aber auch machen da sie meist Spiel haben.

S.M. hat geschrieben: Di 27. Jan 2026, 17:38 Tretlager bekomme ich nicht auf und ab, daher nur geölt und die gerissene Verbindung der 180-er Kurbel/Pedal beim Herrenrad geschweisst :( ...
Ölen alleine wird nur den Dreck verteilen und das verharzte alte Fett nicht mehr geschmeidig machen. Wenn du öfter fahren willst würde ich auf jeden Fall nochmal das Lager öffnen, alles reinigen + neue Kugeln und Fett rein.

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Di 27. Jan 2026, 20:44
von No.10
Moin Stefan, willkommen im Forum!
Ein wirklich tolles Pärchen hast du da vor der Verschrottung gerettet.
Die verbaute Bosch-Beleuchtungsanlage dürfte ein Produkt der frühen Nachkriegsjahre sein.
Das Rücklicht hingegen könnte vom Alter her gut zu den Rädern passen.
Ist es beschriftet?
In diesem Thema findest du einige Anlagen aus den 1920er-Jahren:

viewtopic.php?t=16655

Könntest du bitte einmal ein Detailfoto der Schraube machen, die dir abgebrochen ist?
Beste Grüße

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Di 27. Jan 2026, 21:51
von S.M.
Vielen Dank für die bisherigen Antworten und die hilfreichen Hinweise – das bringt mich wirklich weiter.
Ich würde die beiden Räder gern weiter sensibel und möglichst nah am Originalzustand erhalten und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch behutsam weiter vervollständigen. Insofern bin ich für die Anregungen, Bilder und Erfahrungswerte hier sehr dankbar.

Aktuell bin ich noch auf der Suche nach ein paar passenden Teilen bzw. Bezeichnungen dafür:

1. das Feststell-/Klemmteil für die Bremsstange der Wanderer-Stempelbremse, fehlt bzw. ist abgerissen beim Damenrad:

hier das die fehlende klemmschraube, und eine behelfs-basel-lösung
20260121_005815.jpg
hier der klemmkeil, ohne schraube (abgerissen, ein gewindebohrer steckt auch noch drin...)
20260121_013219.jpg
so sieht die funktionsfähige klemmschraube, angezogen aus. beim herren rad:
20260121_005830.jpg
2. die Abschluss- bzw. Überwurfmutter am Gabelschaft (1" Steuersatz) - das Gewinde greift nicht mehr richtig und der Lampenhalter wird hin und wieder locker
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3. Tretlagerkurbeln mit 180 mm Länge (alter Vierkant / zeittypische Ausführung) - wenn diese hässlichen Schweissnähte wieder brechen..
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Falls jemand weiß, wie die Teile korrekt bezeichnet werden, oder einen Tipp hat, wo man so etwas findet (Teilekiste, Repro, Tausch), wäre ich sehr dankbar.

Danke und viele schöne Grüße
Stefan

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 11:16
von yan.kun0567
Beim Steuersatz ist es meist so, das nicht das Gewinde der Überwurfmutter hin ist, sondern der Gabel. Ich weiß nicht wie es bei Wanderer ist, aber in der Regel hatten die Lampenhalter eine kleine Nase und übernahmen somit die Funktion einer Sicherungsscheibe, damit sich der Steuersatz beim Kontern nicht verstellt. Nachmal gab es für die Nase eine gestanzt Aussparung im Rohr, manchmal wurde das aber auch einfach geschlitzt. Das ist dann ein Schwachpunkt.

Da hilft in der Regel nur, das Rohr auszutauschen. Da gibt es hier im Forum Leute die das können, aber Velo-classic.de bietet das z.B. auch an. Der Klemmkloben für die Stempelbremse ist auch vergleichsmäßig simple nach zu fertigen, falls sich kein Ersatzteil finden lässt (da müsstest du eher nach eine kompletten Bremse schauen, das ist wahrscheinlicher diese zu finden).

Kurbel für Wanderer tauchen auch immer wieder mal auf oder lassen sich auch vernünftig reparieren.

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 11:17
von MarcS
Hallo,
wegen dem Händler der Klingel, mal eben kurz gegoogelt.
Grüße
Marc

https://www.skiclub-oberstdorf.de/club/ ... eeweg.html

Augustin „Gustl“ Seeweg
Skimacher, Skilangläufer, Skiclubvorstand und Verbandsvorsitzender. Geboren 1899, Gestorben 1976

In der Fahrrad- und Skiwerkstätte seines Vaters Johann Seeweg erlernte Gustl die Arbeit an diesen Sportgeräten. Die praktische Erprobung in der Natur blieb dem sportlichen Burschen dann aber selbst überlassen.

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 11:20
von MarcS
Hast Du die Räder dort in der Region gefunden?

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 11:30
von Otto77
... Schade um die Pedalen und Kurbelarme, die sind jetzt Schrott. Vor der Braterei hätte man die mit einer Buchse oder Helicoil retten können, jetzt ist das nur noch für den Hochofen gut.

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 12:23
von walle
einfach mal als abschreckendes Beispiel so lassen, bis neue gefunden sind!

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 12:56
von S.M.
Vielen Dank euch allen für die vielen hilfreichen Antworten, Hinweise und die Mühe – das bringt mich wirklich weiter und macht richtig Spaß.

Zur Überwurfmutter am Steuersatz:
In der Tat ist das Gewinde am Gabelschaft selbst noch in Ordnung, die Überwurfmutter ist an den ersten Gängen ausgerissen. Als provisorische Lösung habe ich aktuell PTFE-Dichtband (Teflonband aus dem Installationsbereich) verwendet, etwa fünf bis sechs Lagen. Das hält im Moment halbwegs und erlaubt mir, den Lampenhalter und den Steuersatz vorläufig zu nutzen. Mir ist klar, dass das keine Dauerlösung ist, aber für den Moment funktioniert es, bis ich eine bessere Mutter oder eine saubere mechanische Lösung finde.

Zur Klingel „Joh. Seeweg – Oberstdorf“:
Vielen Dank auch für die Nachforschungen dazu. Das ist wirklich spannend. Die Fahrräder stammen ursprünglich aus der Gegend Ammersee / Herrsching, und Oberstdorf ist davon ja gar nicht so weit entfernt. Es ist für mich gut vorstellbar, dass die Räder damals dort bei dem Händler gekauft wurden und dann über fast 100 Jahre „unten in Bayern“ geblieben sind. Für mich passt das sehr gut ins Bild und gibt den Rädern nochmal eine schöne regionale Geschichte.

Zu Kurbeln und Pedalen am Herrenrad:
Die Kurbelarme sind eigentlich Schrott das stimmt scho. Der Hintergrund der (vielen) Schweißstellen ist folgender: Ich hatte vor sehr vielen Jahren tatsächlich einmal versucht, das Pedalgewinde mit einer Buchse / Helicoil-ähnlichen Reparatur zu retten, aber das bike Alltag immer wieder mit 85 kg im Wiegetritt den Berg hoch getreten :( und damals wurde schon rumgefrickelt... Diese Buchse ist dann mal irgendwann komplett ausgerissen und gebrochen (siehe bilder). Daraufhin hat mir jmd geholfen, die Kurbel wieder notdürftig zu schweissen, weil ich über lange zeit nirgends diese 180mm Kurbeln gefunden habe. Heute bin ich vorsichtiger, und langfristig würde ich die Kurbeln gern ersetzen – falls also jemand passende 180-mm-Kurbelarme für alten Vierkant liegen hat, würde ich mich sehr freuen, davon zu hören.
hier falls es jemd interessiert wie das vorher ausgesehen hatte:
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Zur Stempelbremse / Klemmteil:
Vielleicht schaffe ich es auch noch, das Klemm- bzw. Feststellteil der Bremsstange selbst wieder gangbar, den gewindeschneider rauszufummeln oder notfalls was vergeleichbares neu herzustellen. Eine Drehbank habe ich leider nicht, aber ich probiere mich vorsichtig an einer Lösung. Im Moment funktioniert beim Damenrad die wenig hübsche Bastellösung zumindest.

Insgesamt möchte ich mich nochmals herzlich für die vielen guten Tipps bedanken. Mir macht das Projekt inzwischen richtig Spaß, und ich lerne gerade echt viel dazu. Vielleicht geht es demnächst – bei trockenem Wetter und ohne Salz auf der Straße – sogar schon auf eine erste kleine Ausfahrt.

Noch eine Frage in die Runde:
Wie sperrt ihr solche alten Räder eigentlich ab, wenn ihr sie nutzt – insbesondere, wenn man ein Radpärchen unterwegs dabei hat? Habt ihr Erfahrungen mit Diebstahl bei solchen historischen Fahrrädern? Ich hoffe natürlich, dass Diebe auf sowas eher nicht stehen, und sie niemanden „anfixen“, a... Ich suche daher noch nach einer möglichst zeitlich passenden, nicht allzu hässlichen Ketten-/Schlosslösung. Wie handhabt ihr das?

Nochmals vielen Dank an alle – und ich freue mich über jeden weiteren Hinweis oder Erfahrungsaustausch.

Danke und Gruß
Stefan

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 09:17
von Michl
Hallo Stefan!

Sehr schöne Räder. Freut mich, daß Du sie gerettet hast. Gratuliere!
Wie Du die Restaurierung angehst, gefällt mir auch - und sicher den meisten anderen hier im Forum. Bei den Teilen die Du ersetzt hast (Kette, Sättel, Reifen, Schläuche, etc.) würde ich aber empfehlen, die originalen - wenn auch defekt - zumindest aufzuheben! Ich pack sowas immer zu jedem Rad in eine extra Kiste, die mit Fahrrad-Marke, -Modell und Seriennummer beschriftet ist. Gerade die Verschleißteile sind oft besonders interessant und natürlich auch sehr rar.

Was Diebstahl angeht - ja, auch alte Räder werden gern geklaut! Du findest einige Fälle hier im Forum. Privat hab ich das auch schon oft gehört. Gerade in Städten, hab ich den Eindruck! Ich laß meine Räder nie lange unbeaufsichtigt rumstehen - wenn überhaupt und ich sperr sie natürlich ab, wenn sie wo stehen, wo sie geklaut werden können.

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: So 1. Feb 2026, 01:06
von S.M.
Danke dir/euch.. uuuhh... man lernt nie aus. ich habe die fehler scho gemacht, das alte zeugs wie Kette und Rostsättel in den container zu werfen - next time schlauer. immerhin hab ich die räder selbst mal gerettet... Danke euch. Ebenso dickeres schloss gekauft und neue düse für die Leuchte.. nu fehlt mir nur noch Karbit für diese lampe, gibts fast nirgends sowas anscheinend... :)

Re: Wanderer Pärchen wieder zum Leben erweckt – Herren- & Damenrad aus den 1920ern?, Datierungsfrage

Verfasst: So 1. Feb 2026, 09:54
von Abbelsafd
Karbid bekommst du normalerweise im Baumarkt.
Ist dort auch bekannt unter Maulwurfschreck. Im Notfall gibt's das auch im Internet.
Grüße Andreas